T.J. Cloutier
Name: Thomas James Cloutier
Spitzname: T.J.
Geburtstag: 13. Oktober 1939 (Albany, Kalifornien)
Wohnort: Richardson, Texas
Turniergewinne: $8.800.000
WSOP Bracelets: 6
Quelle: Pokerstrategy.com
1939 war durch den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges ein weltpolitisch bewegendes Jahr,
das am bisherigen Verlauf der Menschheitsgeschichte mit aller Vehemenz rüttelte. Während
in jenem Jahr mit Terence Hill ein großartiger Vertreter der Komödien und Italo-Western
geboren wurde, erblickt in Albany (Kalifornien) T.J. Cloutier das Licht der Welt.
Western und Schauspielerei - da fehlt natürlich nur noch ... Poker! Das könnte auch
symptomatisch für die heutige amerikanische Pokerlegende sein. Noch etwas verbindet T.J.
Cloutier mit seinem Geburtsjahr: Der Rennfahrer Rudolf Caracciola, der zwischen Dessau
und Bitterfeld mit 398,234 km/h einen Geschwindigkeitsrekord für 3000-cm³-Wagen
aufstellte, erbrachte eine imaginäre Vorgabe für das "Lebenswerk" von T.J. Cloutier, dem
es bisher als einzigen Spieler gelang alle drei Spielarten (Pot Limit High, Limit-High,
Limit Eight or Better High/Low Split) von Omaha Limit Hold'em in der Geschichte der
World Series of Poker zu gewinnen!
Das Pokerspiel hat eine lange Geschichte, da es Vorläufer bereits vor über 450 Jahren
gegeben hat. Von dem deutschen Spiel "Pochen" (= prahlen) leitet das Pokerspiel seinen
Namen her. Vermutlich 1829 wurde das Spiel von französischen Einwanderern (dort bekannt
als "Poque") nach Amerika gebracht, womit der Bogen zu Cowboys und Holzfällern gespannt
ist. Mag sein, dass das auch der Grund ist, warum Wildwest- und Agentenfilme nur schwer
auf dramatisch in Szene gesetzte Pokerpartien verzichten können. Poker verweist eben
insbesondere in den USA auf Geschichte auf "Kultur"!
Wenn die Leute heute von Poker hören oder an Poker denken, dann fallen dem ein oder
anderen - ob nun involviert in der Szene oder nicht - diverse Namen von Elite-Stars ein,
die vor wenigen Jahren wohl noch unentdeckt in Hinterzimmern oder den ersten Online-
Gambling-Portalen Ihr Glück versucht haben. Ebenso wie sich das Poker weiterentwickelte,
hat sich auch sein Status in Bezug auf die Rechtssprechung entwickelt. Abseits von
noblen Casinos und Massenevents dürfte T.J. Cloutier alle Phasen und Etablissements der
Entwicklung mitgemacht haben und kann getrost als "Glücksritter" der ersten Stunde
bezeichnet werden.
Cloutier begann 1956 mit dem Pokerspiel, doch er war ein Allround-Talent und besuchte
die "University of California" in Berkeley, wo er sowohl ein Basketball-, wie auch
Footballstipendium absolvierte. Das College hat er aber vor dem Abschluss verlassen
müssen, da seine Familie finanzielle Unterstützung benötigte. Die Einberufung in den
Dienst der Armee war gleichzeitig der Beginn seiner Karriere, da er dort sowohl die
Regeln lernte, als auch die freie Zeit zu Pokerspielen nutzte. Nach seinem Dienst
startete er zwar als Profi durch, aber nicht am Casinotisch, sondern im Football, bis
ihn eine Knieverletzung das vorzeitige Karriereende bescherte. Der Weg führte über eine
gescheiterte Ehe, das Mitarbeiten im Geschäft des Vaters und die Ölfelder von Texas zum
Spiel mit den 52 Karten ...
Mittlerweile in Texas lebend hat er sich als professioneller Pokerspieler ein
Preisvolumen von über 8,8 Millionen Dollar erwirtschaftet und zählt mit Sicherheit zu
den Spielern, dem die Kontrahenten am Tisch ehrfürchtigen Respekt zollen. 1985 erreichte
er das erste Mal das Heads-Up des Final Table des Main Events der World Series Of Poker,
die damals nur 140 (!!) Teilnehmer verzeichnete. Er musste sich mit A♦ 3♣ gegen 3♠ 3♥
geschlagen geben. Immerhin 15 Jahre hatte er zu warten, bis sich ihm im Jahre 2000 (512
Teilnehmer) erneut die Chance bot, aber mit A♦ Q♣ erneut unterlag. Sein Gegner Chris
Ferguson konnte mit A♠ 9♣ die Finalhand und den Pott gewinnen.
T.J. ist das Synonym für die Vornamen Thomas James, aber im Pokerjargon natürlich auch
für "Ten Jack" (10-Bube), weswegen man meinen könnte, dass dies auch seine Lieblingshand
ist. Knapp verfehlt! Jack-Nine (beide Karten in "Kreuz") ist seine Hand, da er mit
dieser in einem Jahr gleich dreimal den Flush floppte! Deswegen setzt er sich online
als "J9ofclubs" an den virtuellen Tisch. Faszination Poker eben ... Clever abwarten und
erbarmungslos zuschlagen, wenn sich eine Option bietet - T.J. ist ein Musterbeispiel des
tight-aggressiven Spiels!
WSOP-Bracelets
Jahr Turnier Preis
1987 $1.000 Limit Omaha $72.000
1994 $1.500 Omaha 8 or Better $135.000
1994 $2.500 Pot Limit Hold'em $163.000
1998 $2.500 Omaha Pot Limit $136.000
2004 $1.500 Razz $90.500
2005 $5.000 No-Limit Hold'em $657.100
Dennoch konnte er nie einen Main-Event der World Series Of Poker für sich entscheiden,
wenngleich er zweimal den undankbaren zweiten Platz belegte! Nicht vergessen werden
darf, dass er der erste Spieler war, der über 1 Million Dollar bei der World Series Of
Poker abräumen konnte, ohne das Main Event zu gewinnen. Des Weiteren war er dreimaliger
Teilnehmer der seit 2005 ausgetragenen "National Heads-Up Championship", wo er 2005
sogar bis in das Halbfinale vordrang.
Einen Tipp hat der Co-Autor der Bücher "Championship Tournament Practice
Hands", "Championship Hold'em", "Championship Omaha" und "Championship No-Limit and Pot-
Limit Hold'em" für die Neueinsteiger und jene die besser werden wollen auch noch: "Lest
viele Bücher und studiert die Spielweise der erfolgreichen Spieler". Alle Bücher wurden
zusammen mit Tom McEvoy geschrieben. Aber auch in Zeitschriften hat er sich verewigt,
wobei sein Artikel "The Biggest Mistake You Can Make in Poker" für alle aufstrebenden
Spieler zur Pflichtlektüre gekürt werden sollte, da er über den Unterschied
zwischen "großartigen" und durchschnittlichen Spielern referiert. Last but not least ist
er Namenspatron für das Videospiel "World Class Poker with T.J. Cloutier", das für MAC
und PC erhältlich ist.
Turnierpoker und hier insbesondere No-Limit beziehungsweise Pot-Limit ist die Domäne von
T.J. Cloutier, der wohl zu Recht vom "Card Player Magazine" 1998 und 2002 zum Spieler
des Jahres gewählt wurde und 2006 in die "Poker Hall of Fame" aufgenommen wurde. Spielte
er früher viele Turniere, ist er jetzt primär auf den "großen" Events zu finden.
Autor: Frank Große
Quelle: Pokerstrategy.com
Information von Richard Honegger
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